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Rede zum Reformationstag

Ist der Gottesdienst tot?

Streitbare Bücher von Erik Flügge

Das Evangelische Dekanat Bergstraße lädt am Reformationstag gemeinsam mit dem Evangelischen Gemeindenetzwerk Nördliche Bergstraße zu einer Veranstaltung in Zwingenberg ein, die Diskussionen und Widerspruch auslösen wird und soll. Die Rede zum Reformationstag hält der kirchenkritische Autor Erik Flügge.

Reden zu schreiben und sie vorzutragen gehöre zu seinen liebsten Momenten im Jahr, sagt Erik Flügge. „Ich will erklären und begeistern und liebe den Widerspruch. Ich finde, ein Text ist nur etwas wert, wenn er Diskussionen entfacht.“ Seine Thesen bieten Diskussionsstoff genug. Ein Beispiel:

„Der evangelische Gottesdienst ist tot, er wird nicht mehr lebendig. Das ist eine der bitteren Wahrheiten, denen sich der Protestantismus endlich stellen muss. Ihre Mitglieder haben das schon längst getan. 97 Prozent kommen nicht in den Gottesdienst. Diejenigen, die es noch tun, sind der kleine Rest, der nicht wahrhaben will, was längst Wahrheit geworden ist“, meint Erik Flügge.

Einmischung ist die beste Mischung

„Seine Thesen sind streitbar, also diskussionswürdig. Die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung können sich ebenso meinungsstark einmischen und mitdiskutieren“, betont Dekan Arno Kreh, der die Veranstaltung in der Tradition der Reformation sieht. „Sie hat eine Umwälzung ausgelöst, deren Folgen bis in unsere Gegenwart reichen. Sie hat den eigenständig denkenden Menschen hervorgebracht, der sein eigenes Gewissen befragt und seinem eigenen Gewissen folgt.“ An die Reformation, die der Überlieferung nach 1517 mit dem Thesenanschlag Martin Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg begann, erinnert jedes Jahr der Reformationstag am 31. Oktober.

Der Katholik Erik Flügge hat sich in seinen Publikationen insbesondere kritisch mit der evangelischen Kirche auseinandergesetzt. Der Titel seines jüngsten Buches lautet „Nicht heulen, sondern handeln. Thesen für einen mutigen Protestantismus der Zukunft.“

 

Die Veranstaltung am 31. Oktober um 19 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Zwingenberg (Auf dem Berg) ist Teil der Reihe „Glauben-Leben-Fragen“, mit der das Evangelische Dekanat das Gespräch mit engagierten Christen und Verantwortungsträgern aus Kirche und Gesellschaft sucht.


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